Mittwoch, 10. Mai 2017

Autorentipp: Marketing via Newsletter

Es gibt viele Wege, sein Buch zu vermarkten und bekannter zu machen. Einige habe ich in meinen Autorentipps schon zusammengestellt. Heute will ich mich dem Thema Newsletter widmen.
Vor einiger Zeit sah ich die Erfolgsmitteilung meiner lieben Kollegin Melissa David. Sie hat ein Resümee aus ihrem neuen Newsletter gezogen und in einer Gruppe davon berichtet. Ich muss gestehen, dass ich mich bisher nicht an das Gebiet herangewagt habe, obwohl auch Anja Bagus mir das schon mehrfach ans Herz gelegt hat. Melissas Rückmeldung machte mich aber doch neugierig, deshalb habe ich sie, Anja und Werbeexpertin Laura Newman dazu befragt.
Gemeinsam gehen wir der Frage auf den Grund: 


Newsletter für Buchmenschen 
– warum sollte ich das tun und worauf muss ich achten?


Wie lange gibt es Deinen Newsletter schon und wie regelmäßig verschickst Du sie?
Anja Bagus: Ich hab den etwa ein Jahr und schaffe es etwa alle drei Monate. Ich meine, es heißt ja NEWS-letter, nicht: Ich bin's schon wieder mit der gleichen Nachricht nochmal, nur anders-Brief.

Laura Newman: Meinen Newsletter gibt es seit Mai 2015. Damals hatte ich mir vorgenommen, den Newsletter einmal im Monat - und natürlich zu besonderen Anlässen, wie Bucherscheinungen, Buchmessen & Co - zu versenden. Leider habe ich mich nicht sonderlich engagiert an diesen Plan gehalten und daher entstanden zwischenzeitlich längere Pausen ohne Newsletter. Ich möchte dies 2017 unbedingt optimieren!

Melissa David: Ich habe im März 2013 angefangen. Der erste Newsletter ging im Mai 2013 an 15 Leute. Also auch ich habe klein angefangen. Von da an gab es nur einen Newsletter, wenn eine Neuveröffentlichung anstand. Ich wollte ja schließlich niemanden nerven.
Im Frühjahr 2016 habe ich mich intensiv mit E-Mail-Marketing auseinander gesetzt und beschlossen das ganze ernsthaft und fokussierter anzugehen. Seit Sommer gibt es meinen Newsletter also regelmäßig alle zwei Wochen.

Wie fängt man am besten an, wenn man sich für einen Newsletter entschieden hat? Welche Software kannst Du dafür empfehlen und wie organisiert man das Ganze am besten?
Anja Bagus: Ich hab mailchimp genommen. Das Programm ist erst etwas gewöhnungsbedürftig, dann aber ganz elegant. Man kann dort alles eingeben, was man braucht, und später füllt man nur noch die News ein. Mailchimp hat wie viele amerikanische Programme einen lockeren Ton. Und den hab ich übernommen. Ich wollte auf keinen Fall so steif Deutsch sein, daher hab ich mir da einiges abgeguckt.

Laura Newman: Da ich zehn Jahre lang in einer großen Werbeagentur gearbeitet, und mich dort schwerpunktmäßig mit Newslettern beschäftigt habe, war es für mich ein kleiner Schritt von der Idee bis zum ersten, fertiggestalteten Newsletter. Da ich das Marketing-Tool nicht als meine wichtigste Werbemaßnahme betrachte, war mir besonders wichtig einen kostenlosen, oder zumindest günstigen, Anbieter zu finden. Ich habe mich für CleverReach entschieden und bin damit sehr zufrieden.
Grundsätzlich gilt - genau wie bei allen Dingen, die mit grafischen Mitteln umgesetzt werden - sich mit der Materie zu beschäftigen. Wer wenig oder keine Grafikkenntnisse hat, sollte ein wenig üben oder seinen Coverdesigner fragen, ob er ihm zu den jeweiligen Newslettern kleinere Grafiken erstellt. Gleiches gilt auch für das Grunddesign des Newsletters. Hier sollte eine einheitliche Struktur mit ansprechendem Design erstellt werden. Ein Newsletter ist, genau wie ein Buchcover oder eine Internetseite, Teil der Markenpräsenz eines Autors. Ein professioneller Look ist also von Vorteil.
Wenn die Voraussetzungen (Tool zum verschicken, fertiges Template/Design) gegeben sind, fehlen eigentlich nur noch passende Inhalte. Und davon haben wir Autoren eine ganze Menge. Von Leseproben über Videos, bis hin zum neuen Cover oder geplanten Terminen kann alles angeteasert und präsentiert werden.

Wichtige Punkte beim Newsletterversand:
·         - Funktionierender Abmeldelink (!)
·         - Korrektes Impressum (im Newsletter, nicht irgendwo verlinkt)
·         - Nie ohne Double-Opt-in Verfahren arbeiten
·         - Kurze, knackige Themen im Newsletter und viele Bilder.

Newsletter-Leser mögen keine langen Texte und man sollte darauf achten, alles ordentlich zu verlinken. Der User muss sozusagen ständig irgendwo landen, von wo aus er weiter navigieren und mehr über den Autor erfahren kann.

Melissa David: Wie gesagt, ich habe mit 15 Leuten angefangen. Immer weitermachen und nicht aufgeben, dann werden es mit der Zeit immer mehr Abonnenten.
Ich benutze MailPoet (in der kostenlosen Version). Das ist in meinem PlugIn in meinem WordPress Blog integriert. Man kann Newsletter sowohl automatisch (z. B. Bei Anmeldung an einzelne Personen), als auch als Standard-Newsletter an alle angemeldeten Abonnenten verschicken. Zudem kann man einzelne Gruppen anlegen.
Für alle die keinen WordPress Blog haben, lohnt sich ein Blick auf MailChimp. Das Konzept würde mir auch sehr gut gefallen, aber um zu wechseln bin ich mit MailPoet zu sehr zufrieden.

Ich muss ja gestehen, dass ich mich sehr schwer damit tue, mich für Newsletter anzumelden. Wie hast Du es geschafft, Deine Leser für Deinen Newsletter zu begeistern? Und vor allem auch immer wieder neue zu finden, die sich gern dafür registrieren? Was genau bietest Du Deinen Newsletter-Lesern?
Anja Bagus: Ich hab nichts besonderes gemacht. Im Gegenteil habe ich zuerst einen Riesenfehler gemacht: ich habe alle meine Kontakte importiert und meinen ersten Letter dahin verschickt. Das war sehr sehr unprofessionell (noch dazu macht man sich damit strafbar, siehe unter Rechtliches - Anm. Sandra) und hat einige auch verärgert. Einen Newsletter sollte man nur an Leute verschicken, die das auch wollen. Naja, danach hatte ich aber einen kleinen Stamm, die sind geblieben und später hat sich das ein bisschen vermehrt. Mit fast jedem Newsletter bekomme ich neue Subscriber.
Was biete ich? Vor allem News. Ich poste eigentlich nur, wenn ich wirklich etwas Neues habe. Ich weiß, man sollte Extra-Special-Content anbieten … aber das schaffe ich nicht. Ich sehe den Newsletter als Mittel der Wahl für alle, die nicht (sp oft) auf Facebook sind. Und für die, die persönlicher angesprochen werden wollen.

Laura Newman: Newsletter waren lange Zeit verpönt und galten als Spam. Das hat sich inzwischen geändert. Ein Newsletter ist nichts anderes, als ein digitales Magazin im Kleinformat. Wer Interesse am Herausgeber/Thema hat, will ihn auch abonnieren.
Trotzdem habe ich in der Anfangszeit regelmäßig Gewinnspiele im Newsletter platziert. Wer also zu meinen Abonnenten zählt, hat die Chance auf einen tollen Preis. Das hat für mich recht gut funktioniert und auch die Leserzahlen effektiv beinflusst.
Man sollte es aber auch nicht übertreiben und besonders die Statistiken im Auge behalten. Wenn die Klickraten in Relation zur Abonnentenmenge abfallen, dann stimmt etwas mit dem Content nicht. Also immer schön herum probieren und neue Inhalte bieten.

Melissa David: Seit Sommer 2016 habe ich eine Kurzgeschichte zu meiner Kruento-Reihe, die man nur bekommt, wenn man sich in meinen Newsletter einträgt. (http://mel-david.de/gratis-e-book/). Werbung mache ich dafür auf Facebook mit dem Banner meiner Autorenseite (https://www.facebook.com/autorinmeldavid/), auf meinem Blog natürlich und in meinem E-Books.
Ja, es melden  sich tatsächlich regelmäßig neue Leute an. Nicht hundert an einem Tag, sondern hin und wieder mal einer oder zwei. Und bekanntlich macht auch Kleinvieh Mist. Manche kommen direkt über den Reader, andere über Facebook und wieder andere stöbern erst ein wenig auf meinem Blog und melden sich dann an.
Was ich meine Abonnenten biete bin ich. Die Abonnenten haben die Chance, mich ganz persönlich kennenzulernen. Ich schreibe in meinen Newsletter Dinge hinein, die ich beispielsweise nie öffentlich auf Facebook posten würde. Aber im Newsletter ist das okay für mich.

In welchen Abständen sollte man einen Newsletter verschicken? Von manchen bekomme ich fast täglich neue Nachrichten, die bestimmt alle sehr informativ sind, mich aber doch eher nerven. Wie sind da Deine Erfahrungen? Bekommst Du überhaupt Rückmeldungen zu Deinen Briefen, aus denen man Rückschlüsse ziehen kann?
Anja Bagus: Ich bekomme keine Rückmeldungen. Aber dass die Leute mich nicht entabonnieren, ist ja auch eine Rückmeldung. Zu der Frequenz hatte ich ja oben schon etwas gesagt. Es gibt nur wenige Newsletter, die ich selbst lese, und das muss dann auch schon sehr unterhaltsam sein.

Laura Newman: Ich persönlich würde nicht öfter als einmal im Monat versenden. Schon allein deswegen nicht, weil ich selber gar nicht die Zeit finde, ständig Newsletter zu erstellen. Wer die Zeit allerdings hat, kann seinen Lesern Optionen anbieten. So könnte der Abonnent zum Beispiel den regulären Newsletter auswählen, sich aber zusätzlich noch zu spezifischen Themen anmelden. Regelmäßige Schreibtipps vielleicht, oder Foto-Newsletter, die wöchentlich einen Einblick ins Autorenleben geben. Da gibt es kaum Grenzen. Wichtig wäre hier tatsächlich, dass der Leser selber entscheiden kann, welche Themen und wie oft er abonnieren möchte.
Eine direkt Rückmeldung bekommt man eher selten. Hier kann man allerdings super die einzelnen Reporte zu den Newslettern befragen. Haben mehr als die Hälfte der Empfänger geklickt? Gab es viele Abmeldungen? Die Statistik liest sich, wie ein offenes Buch und ist dazu noch schonungslos ehrlich.

Melissa David: Früher habe ich nur hin und wieder einen Newsletter verschickt. Der Nachteil ist, dass man in Vergessenheit gerät. Mein Ziel für den Newsletter ist enger Kontakt mit meinen Lesern. Ich will bei ihnen Präsent sein. Newsletter hat für mich etwas mit Beziehungspflege zu tun.
Zuerst habe ich überlegt, einmal in Monat einen Newsletter zu schreiben. Das ist das absolute Minimum, wenn man es richtig machen möchte. Besser ist jedoch 14-tägig oder wöchentlich. Wöchentlich erschien mir dann doch etwas viel, also habe ich mich für den zweiwöchentlichen Rhythmus entschieden und fahre bisher auch ganz gut damit. Bis Dezember 2016 ziehe ich das so durch, dann habe ich mir vorgenommen inne zu halten und für mich Resümee zu ziehen.
Rückmeldungen auf Briefe bekomme ich. Stell dir vor ich schreibe dir eine E-Mail und frage dich etwas. Würdest du antworten? Ich Frage meine Abonnenten immer etwas und bekomme so regelmäßig Rückmeldungen – natürlich nicht von allen (das wäre dann auch etwas zu arbeitsintensiv), aber die, die sich die Mühe machen mir zu antworten, denen schreibe ich in der Regel auch zurück.

Ein regelmäßiger Newsletter ist unbestreitbar mit viel Arbeit verbunden. Das muss man neben dem normalen Schreib- und Arbeitsalltag erstmal regelmäßig hinbekommen. Lohnt sich der Aufwand? Und wenn ja, warum?
Anja Bagus: Der Aufwand lohnt sich. Newsletterleser sind sehr eng verbunden. Sie sind Stammkäufer. Sie sind nicht wie die anonyme Masse der Facebookfreunde oder so. Sie sind direkt ansprechbar. Es ist viel persönlicher.

Laura Newman: Ich würde sagen, es verhält sich so wie mit Buchtrailern und Goodies. Ohne geht es auch. Definitiv. Allerdings biete ich meinen Lesern gerne eine breite Palette an Möglichkeiten mich innerhalb meines Tuns zu begleiten. Ich habe Spaß daran und wenn man Spaß an etwas hat, findet sich immer die Zeit es zu pflegen. Und letztendlich ist man ja völlig frei in seiner Planung. Wenn es in einem Monat mal keinen Newsletter gibt, hagelt es sicher nicht gleich Beschwerden ;)


Melissa David: Ja, der Anfang war mit sehr viel Arbeit verbunden. Ich habe stundenlang an den richtigen Formulierungen herumgefeilt. Gute Newsletter werden persönlich geschrieben, das heißt ich spreche den Leser immer direkt an. Gerade das fiel mir am Anfang total schwer. Irgendwo las ich, dass ich den Brief an jemanden richten soll. Also schreibe ich jetzt immer an Sabine. Und bevor ich den Newsletter rausschicke wird Sabine gelöscht und mit dem persönlichen Namen bzw. mit du ersetzt.
Inzwischen merke ich, dass ich Routine bekomme. Ich brauch wesentlich weniger Zeit. Meist mache ich mir schon im Lauf der Woche Gedanken, was ich im nächsten Newsletter reinschreibe.
Ob sich der Aufwand lohnt, ist eine ganz gemeine Frage. Lohnt sich das schreiben überhaupt für einen Autor? Ich persönlich habe Mitte September 2016 angefangen alle zwei Wochen einen Newsletter zu schreiben. Seit etwa einem Monate sehe ich erste Früchte. In Form von Kontakten, die zu einzelnen Lesern wachsen, zu Blogartikeln, die kommentiert werden, steigender Anzahl an Newsletterabonnenten etc. Ich für mich würde sagen, ja der Aufwand lohnt sich. Es schlägt sich vielleicht nicht eins zu eins in Verkaufszahlen um, aber ich gewinne etwas viel, viel wichtigeres: persönlichen Kontakt zu meinen Lesern.

Rechtliches:
Ein Newsletter zu versenden, birgt einige rechtliche Fallstricke, über die man sich vorher sehr genau informieren sollte. So ist zum Beispiel das "Double Opt In"-Verfahren bei der Anmeldung zu beachten. Das meint, dass der Interessent per E-Mail ausdrücklich einwilligen muss, den Newsletter abonnieren zu wollen.
Auch sollte man sich über Datenschutz informieren und dem Interessenten ermöglichen, mit möglichst wenig Daten den Newsletter zu abonnieren.
Vorsicht bei bereits vorhandenen Kontakten! Beim Versand an bereits bekannte Leser wäre ich sehr vorsichtig, da es nicht immer gut ankommt, die Daten für eigene Werbezwecke zu benutzen, wenn es nicht vorher abgeklärt war. Auch hier hat der Gesetzgeber vorgesorgt (siehe Link).
Mehr Informationen zu den rechtlichen Anforderungen gibt es zum Beispiel hier: https://www.e-recht24.de/artikel/ecommerce/6534-newsletter-rechtssicher-erstellen-und-versenden.html

Nun sind bestimmt alle neugierig auf Deinen Newsletter. Wo kann man sich dafür anmelden?
Anja Bagus: Also entweder über diesen Link: http://eepurl.com/bj_elX
Oder über meine Homepage: www.anja-bagus.de Da ist ein schicker Button.

Laura Newman: Dann bitte einmal hier entlang :)
Wer sich erst mal ein Bild machen möchte, kann hier eine bereits versendete Version finden.
(Momentan überarbeite ich das Layout, daher sind die bereits versendeten Versionen nicht ganz einheitlich ;))

Ich bedanke mit an dieser Stelle noch einmal an meine lieben Kolleginnen, die mir so ausführlich Rede und Antwort gestanden haben. Ein Newsletter will demnach gut überlegt und geplant sein. Mal sehen, ob ich dafür die Zeit finde. Wer von euch verschickt denn bereits Newsletter oder kann einen interessanten empfehlen? Postet es gern in die Kommentare.

Bis bald
Eure Sandra

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für die Nachricht. Sie wird nach Überprüfung freigeschaltet.