Montag, 10. Juli 2017

Mut zur Nische: "Hope" von Christin Thomas

In unserer aktuellen Mut zur Nische Aktion nehmen wir den Nischenroman "Hope" von Christin Thomas näher unter die Lupe. 


Was genau sind Nischenbücher?
1. keinem konkreten Genre zugeordnet werden, weil sie z. B. Elemente aus mehreren enthalten, aber keines davon überwiegt
ODER
2. einem Nischengenre angehören, wie z. B. Steampunk, Science Fiction etc., oder spezielle Themen behandeln, die nicht massentauglich sind
UND
3. von einem (kleinen) deutschen Verlag herausgebracht wurden, der nicht die Reichweite eines großen Publikumsverlags hat und deshalb z.B. auch nicht in den Buchhandlungen vertreten ist, oder selbst verlegt sind (hier achten wir aber auf Qualität, sprich Lektorat) 


"Hope" ist ein dystopischer Science Fiction Roman und passt deshalb sehr gut in unsere Definition. 



Was ist Science Fiction überhaupt?
Bei Science Fiction denke ich zuerst an Star Trek und Perry Rhodan und alles, was im Weltraum spielt. Doch was genau beinhaltet das Genre Science Fiction in der Literatur? Dem auf den Grund zu gehen, war nicht so leicht, denn es gibt teilweise sich widersprechende Meinungen im Netz und vor allem einige Untergenre, auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte. 
Ich versuche mich mal an einer allgemein gehaltenen Definition:

Science Fiction bezeichnet, wie der Name schon sagt, Wissenschaft und Erdichtung. Also eine wissenschaftlich oder technisch höher entwickelte Welt, in der unsere Helden agieren (früher auch als Zukunftsroman bezeichnet, was allerdings einigen Quellen zufolge heutzutage nicht mehr korrekt ist, da Science Fiction nicht zwangsläufig in der Zukunft stattfinden muss). 


Im Zeitalter der technischen Revolution entwickelte sich Science Fiction als literarisches Genre heraus. Einige Vorläufer gab es jedoch schon Jahrhunderte zuvor - so zählt man zum Beispiel Homers "Odyssee" auch dazu. Es musste sich jedoch erst ein Fortschritt in Technik und Naturwissenschaften zeigen, damit sich das Genre Science Fiction vollständig herausbilden konnte.


Richtungsweisend war definitiv Jules Verne, der jetzt auch gern mit ins Genre Steampunk übernommen wird. Seine "neumodische" Technik, mit der eine Reise in diese "unbekannten Welten" überhaupt erst möglich war, sind lange Zeit charakteristisch für Science Fiction. Sie beinhaltet bei Jules Verne auch immer eine Zukunftsvision (ob nun Utopie oder Dystopie spielt dabei keine Rolle).


Charakteristisch ist die technische Entwicklung und der enge Bezug der Geschichte und der Menschen dazu. Die Technik bestimmt das Leben und Denken, nicht etwa irgendwelche abstrakten Götter oder Märchenwesen. Technischer Fortschritt steht im Mittelpunkt, der für die Menschen zur alltäglichen Realität geworden ist, der ihr Leben bestimmt, es ihnen vielleicht sogar erleichtert - der sie aber im gleichen Maße auch erschreckt. Im Science Fiction werden wissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen, um hinter die Geheimnisse dieser oder auch einer anderen Welt zu kommen - und nicht wie in vielen Fantasyromanen die Magie.


Bei meinen Recherchen habe ich bei Rossipotti Literaturlexikon eine schöne Erläuterung gefunden, woraus ich einfach mal zitiere:

"Darüber hinaus erfindet Science-Fiction allerdings nicht nur neue technische Dinge, sondern stellt diese technische Erneuerungen auch in einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Den technischen Neuerfindungen werden also andersartige Kulturen und Wesen zur Seite gestellt. Dadurch macht Science-Fiction Literatur darauf aufmerksam, dass andere technische Entwicklungen, die bei Science-Fiction ja meistens Weiterentwicklungen sind, immer auch gesellschaftliche Konsequenzen haben. " (Quelle: https://www.rossipotti.de/inhalt/literaturlexikon/genres/science_fiction.html)

Als Fakt wird gemeinhin angesehen, dass sich Science Fiction nicht über einen Handlungsort definiert. Es muss also nicht zwangsläufig im Weltall spielen und auch nicht in der Zukunft stattfinden. Deshalb passt der oben verwendete und veraltete Begriff Zukunftsroman auch nur bedingt.


In "Hope" von Christin Thomas wurden Androiden geschaffen, um dem Menschen zu dienen, ihnen alltägliche Arbeiten abzunehmen usw. In ihrem Bestreben nach Perfektion forschen die Entwickler jedoch immer weiter und kreieren eine ganz neue - beängstigende - Form von Robotern. In "Hope" geht es unter anderem um eine dieser weiterentwickelten Kreaturen: Sky, ein Cyborg, der Gefühle empfinden kann und die Menschen eher erschreckt als begeistert ...


Bei meinen Bloggerkolleginnen gibt es noch mehr über unser aktuelles "Mut zur Nische"-Buch:




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Hier zur Autorin: Christin Thomas


Kennt ihr das Buch vielleicht sogar und habt es rezensiert? Dann postet euren Link gern in die Kommentare.
Das nächste Nischenbuch nehmen wir ab 30.08.2017 unter die Lupe. Bleibt also gern dran.

1 Kommentar:

  1. Hallo Sandra,
    obwohl ich viel Sci-Fi lese, hat mir deine Erklärung das Genre nochmal nähergebracht; über einige Aspekte hab ich tatsächlich noch nie nachgedacht.
    Liebe Grüße
    Daniela

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