Samstag, 28. Oktober 2017

Vampire und ihre Entstehung aus christlicher Sicht

Dieses Jahr Halloween widmen wir uns ganz meinen Lieblingskreaturen: den Vampiren! Wir wollen diese vielseitigen Kreaturen von allen Seiten beleuchten (sofern sie es zulassen).


Im Rahmen unserer Vampire und ihre Entwicklung in Buch und Film Aktion habe ich mich von meiner Vorliebe für Historie leiten lassen und ergründet, welche (christlich) religiösen Hintergründe die Entstehung des Vampirglaubens begünstigten.


Es gibt unzählige Geschichten und Legenden von Toten, die wieder auferstanden sind, oder in ihren Gräbern schmatzen und nicht verwesen. Für viele davon gibt es wissenschaftliche Erklärungen, dennoch bleibt die Frage, wie die damaligen Christen überhaupt auf die Idee gekommen sind, so etwas wie Vampire zu "erfinden".

Holzschnitt aus dem 15. Jahrhundert. Die Vorstellungen
der die Lebenden heimsuchenden Untoten war auch
in Deutschland verbereitet. Gemeinfrei.
Wiedergänger, Untote, Nachzehrer und noch vieles andere nannte man sie und die maßlose Gier nach Leben (oftmals später gleichgesetzt mit Blut) treibt sie an. Auch die Menschen gierten nach Leben, obwohl der Tod allgegenwärtig war. Hungersnöte, Seuchen, mangelnde Hygiene und kaum vorhandenes medizinisches Wissen forderten immer wieder Todesopfer. Die Lebenserwartung war niedrig, Kinder starben früh, selbst Knochenbrüche und simple Erkältungen konnten zum Tode führen.
Der mittelalterliche Umgang mit Krankheiten war geprägt durch Aberglaube, Glaube und für uns unverständliche, mitunter sogar lebensgefährliche medizinische Traditionen. Übertragungsformen von Krankheiten waren unbekannt, und gerade bei großen Seuchen wie die Pest wurde verzweifelt nach einem Schuldigen gesucht. Sowohl von der einfachen Bevölkerung als auch von der Kirche.
So hatte man schnell einen Sündenbock gefunden. Und zwar oftmals jemanden, der anders war, nicht den gesellschaftlichen Normen entsprach, nicht gläubig genug war oder gar einem anderen Glauben anhing usw. und brandmarkte ihn zum Schuldigen. Er wurde hingerichtet, auf die Schnelle verscharrt und konnte auf diese Weise wiederkehren.
„Erhielten sie nicht die richtigen Beigaben oder Opfer, wurde die Blutrache nicht vollzogen, wurde überhaupt bei Bestattung, Klage, Kult oder Trauer etwas vernachlässigt, oder konnte die Leiche überhaupt nicht gefunden und begraben werden ..., so erschien der Tote mahnend und strafend. Die Begräbnisriten sollten ihm Genugtuung verschaffen, manche sollten auch abwehrend wirken. Bei einzelnen Toten waren aber diese Maßnahmen nicht wirksam: bei besonders mächtigen oder bösartigen Menschen oder bei solchen, die eines „schlechten« oder vorzeitigen Todes gestorben waren. Dies sind nun die eigentlichen Wiedergänger und dadurch von gewöhnlichen Toten unterschieden, daß sie länger als üblich wiedererschienen, und daß sie meist einen bösen Charakter haben.“
(Quelle: H. BÄCHTOLD-STÄUBLI: Handbuch des deutschen Aberglaubens. Stichwort → Wiedergänger, Bd. 9, 1987, 570-571)

Zu den schlechten und bösartigen Menschen zählten damals auch Selbstmörder oder ungetaufte Kinder und sogar Frauen, die im Wochenbett starben. Allerdings konnte jeder ahnungslose Tote zum künftigen Vampir, Nachzehrer oder Wiedergänger werden, wenn oben aufgeführte Bestattungsriten nicht ordnungsgemäß vollzogen wurden. So zumindest die Vorstellung der damaligen Christen.


Fegefeuerdarstellung aus der elsässischen
Legenda Aurea von 1419,
Universitätsbibliothek Heidelberg. Gemeinfrei
Zu erkennen ist in all diesen Legenden und Glaubensvorstellungen eine sehr starke Angst vor dem Tod. Natürlich auch fokussiert von der Kirche, die den Gläubigern Höllenfeuer und Todesqualen prophezeite, sollten sie sich nicht an die göttlichen Gebote halten. Diese Rückkehr als Vampir oder Wiedergänger war im christlichen Glauben also eher eine Strafe für ein gottloses oder schlechtes Leben. Der Vampir kehrte aus dem Fegefeuer zurück auf die Erde und sollte Buße tun, um seine Sünden zu sühnen. Sobald das geschehen war, sollte er Erlösung erfahren und zurück in den Himmel kommen. Denn nichts Unreines darf in den Himmel.

Im Gegensatz dazu steht der Glaube, dass Wiedergänger ebenso wie Vampire entweder Verbrecher waren, die ihre Taten nicht bereuten, oder sogar von der Kirche ausgeschlossen worden waren und deshalb keine Vergebung finden werden. Ihnen wird oft nachgesagt, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Entweder, weil sie einen unheilvollen Pakt mit ihm geschlossen haben oder weil er von ihnen Besitz ergriffen hat.

Deshalb helfen bei Vampiren auch Gebete, das heilige Kreuz und Weihwasser, wie man es in fast jedem Vampirfilm immer schön demonstriert bekommt. Die Kirche stand schon immer für das Licht, das Gute, das Reine. Wohingegen ein vom Teufel besessener Vampir die Dunkelheit repräsentiert, das Böse, das Unreine (daraus entwickelte sich dann vermutlich auch der sexuelle Aspekt). Mit dem Kreuz, das den Glauben symbolisiert, kann man den Vampir in die Flucht schlagen, mit Weihwasser sogar verletzen. Dass diese von Gott und der Kirche verstoßenen Untoten seelenlos zurückkehren, erklärt gleichzeitig, warum sie angeblich über kein Spiegelbild verfügen ...


GEWINNSPIEL

Gemeinsam wollen wir auch ein paar Vampire verlosen.
Das könnt ihr gewinnen. Mitmachen könnt ihr bei allen teilnehmenden Bloggerinnen. Bitte gebt euren Wunschgewinn nachher im Kommentar mit an:


A)

B) 



C)


D) 

Um teilnehmen zu können, beantwortet mir nur diese Frage. Es wird nachher unter allen Teilnehmern ausgelost:

Würdest Du Dich vor dem eben geschilderten Hintergrund zu einem Vampir wandeln lassen? Warum bzw. warum nicht?

Bitte gib Deinen Wunschgewinn mit an (a, b, c oder d)

So viel zu den religiösen, christlichen Hintergründen zum Vampirismus. Bei meinen Kolleginnen gibt es noch weitere tolle Beiträge und zwar: 


Vampire in der Geschichte, Tatsachen und Gerüchte mit Bezug auf Sagenentstehung: http://franzi-liest.de/wp/?p=1646

Weitere Quellen:
http://www.wissenschaft.de/archiv/
http://www.grin.com/de/e-book/190431/mythos-vampir-ueberlieferungen-des-volksglaubens-und-ihre-umsetzung-in
www.wikipedia.de
https://www.planet-schule.de/wissenspool/die-stadt-im-spaeten-mittelalter/inhalt/hintergrund/hoellenangst-und-seelenheil.html



Teilnahmebedingungen:
Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten. Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden. Keine Barauszahlung des Gewinns möglich. Keine Haftung für den Postversand. Versand nur innerhalb Deutschlands. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Gewinnspiel endet am 02.11.17 um 23:59 Uhr. Der Gewinner meldet sich innerhalb von 48 Stunden, sonst wird neu ausgelost

Kommentare:

  1. Hallo
    Danke für den schönen, interessanten Beitrag.
    Nein mit dem Wissen möchte ich kein Vampir sein.
    In vielen Büchern werden sie so "harmlos" und toll beschrieben, dass man sie lieben muss.
    Aber dieser Beitrag der "Realität" schreckt einen doch eher ab.
    Ich möchte Frieden finden und in die neue Welt, die dann folgt gehen.

    LG Manu

    Ich würde mich über Preis Nummer 3 freuen, DAS ERBE DES HÜTERS

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Manu,
      stimmt, gerade in den neueren Büchern sind Vampire ja eher Lustobjekte, was ich auch mag. Aber wenn man sich mal die Ursprünge ansieht, ist es echt interessant, wohin sich diese Legende entwickelt hat.

      Viele Dank fürs Lesen und Mitmachen!

      Löschen
  2. Nein eher nicht! Weil ich einfach kein Vampir sein würde wollen bzw. so leben würde wollen. Früher fand ich die Vorstellung toll doch jetzt einfach nicht mehr....denn ich hätte einfach mega Angst davor zu sehen wie meinen lieben schlimmes wiederfährt und einen Krieg mitzuerleben wäre das schlimmste auch wenn ich in diesem sinne eigentlich ja schon tot wäre!

    Ich mag gern für D mein Glück versuchen :-)
    VLG jenny
    jspatchouly@gmail.com

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da sagst Du was, liebe Jenny. So sehr ich mir auch manchmal wünsche, länger zu leben und all die Entwicklungen mitzuerleben, die uns noch bevorstehen, seine Lieben dabei zu verlieren, würde es echt hart machen. Und Kriege, nee, die will ich echt nicht erleben.

      Danke Dir fürs Mitmachen und Kommentieren!

      Löschen
  3. Huhuu ^^

    Nachdem ich das gelesen habe, möchte ich kein Vampir mehr sein.Das war ein sehr interessanter Beitrag.Danke dir dafür.Ich würde Licht über Schattenrot
    sehr freuen.

    Liebe grüße Fatma

    AntwortenLöschen
  4. Auch wenn es sehr verlockend ist, die Entdeckungen und Entwicklungen live mit zu erleben und sich das Wissen von eventuell Jahrhunderten anzueignen hat natürlich auch alles seine Schattenseiten. Man weiß nie was einen erwartet. Kriege, Epidemien oder Naturkatastrophen.
    Aus diesen Gründen sowie auch schon in einem anderen Beitrag erwähnt, der Verlust der Liebsten, würde ich mich nicht verwandeln lassen.
    Aber nach dem Text oben stehen meine Chancen nicht so schlecht als Wiedergänger zurück zu kommen. 😉

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. hihi.
      Möchtest Du auch beim Gewinnspiel mitmachen? Wenn ja für welches Paket?

      Löschen
    2. Ups. Ganz vergessen. C

      Löschen
  5. Hallo Sandra!
    Der Beitrag war wirklich interessant. Vorher hätte ich sofort ja gesagt, aber vor diesem Hintergrund würde ich es nicht mehr wollen.
    'In Ungnade fallen' ist für mich nun wirklich keine Option. Ich halte es eher mit den urbanen (guten) Vampiren, die oft für Gerechtigkeit kämpfen.
    Das hat zwar nichts mehr mit den ursprünglichen Vampiren (Vlad Tepech) gemein, aber ich will Liebe, keine Blutrünstigkeit 😉
    Liebe Grüße
    Tanja

    AntwortenLöschen
  6. Vergessen... Ich würde gerne für A in den Lostopf hüpfen 😁

    AntwortenLöschen
  7. scheint mein vorheriger Kommentar ist in den Weiten des I-Nets abhanden gekommen :(
    und doch ja ich würde trotz der Umstände in Erwägung ziehen den Schritt auf die andere Seite zu wagen
    ok wer verliert gern seine Anghörigen? ich mit Sicherheit auch nicht, aber ich würde gerne wissen wie die Zukunft aussieht und würde die Zeit nutzen um Neues kennenzulernen und zu erleben
    ich würde mich gerne für C bewerben und mein Glück versuchen
    Schönes Restwochenende und liebe Grüße
    Marion
    blackwidow3@web.de

    AntwortenLöschen
  8. Hallo ein interessanter kurzer Artikel.
    Also ich würde mich immer noch verwandeln lassen, denn ich wäre zwar in 'deren Augen' unrein, aber ich kann dann noch Dinge tun, was mein menschlicher Körper nicht im Stande sei und von der Lebensdauer überlebe ich zwar meine lieben Mitmenschen, kann aber dadurch vieles neues kennen lernen. Ich wähle sehr gerne A.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag :)

    AntwortenLöschen
  9. Hallo,

    ein interessanter Beitrag. Ich würde mich fürs wandeln entscheiden, da ich sehr neugierig bin, wie sich die Welt weiter entwickelt.

    Würd mich für Paket D entscheiden.

    Danke und LG

    Tanja aus Erftstadt

    AntwortenLöschen
  10. Hallo und guten Tag,

    Danke erst einmal für den Beitrag.

    Hm, eine schwierige Fragestellung erst einmal.

    Und mit einigen ungeklärten Frage....die mir schon Kopfzerbrechen haben....werde ich nur verwandelt oder jeder den ich mag oder liebe?

    Denn so alleine ohne Freunde/Partner glaube ich wäre das "ewige Leben" eher nichts für mich. Was nützt mir ein Blick in die Zukunft ...leben in der Zukunft ohne Familie, Bekannte oder Freunde...

    Und dann die Frage der Ernährung muss es unbedingt "Menschenblut sein"

    O.K. ich bin eher, glaube ich ein praktischer Mensch und denke erst einmal müssten diese Fragen beantwortet werden, bevor ich mich endgültig entscheiden kann. Sorry....

    Aber gerne ist meine Entscheidung für Paket B gefallen.

    LG..Karin...

    AntwortenLöschen
  11. Darf ich als Autorin auch mitmachen? Also ich hätte gerne D.

    Unter oben genannten Voraussetzungen möchte ich kein Vampir sein. Aber die Unsterblichkeit reizt mich trotzdem. Was könnte man alles in der Zukunft erleben und erfahren... Angehörige zu verlieren ist immer schlimm, aber das erlebt man ja auch als Sterblicher, also würde mich das nicht davon abhalten ein Vampir zu werden. Allerdings wäre mir meine eigene Vampirlegende lieber, wo Vampire nicht vor Kruzifixen, Weihwasser, Tageslicht und Knoblauch zurückschrecken - höchstens vor Patchouli *lol*
    Naja, aber hier geht es ja um oben genannte Legende. Also in dem Fall lieber nicht, glaub ich.
    Liebe Grüße,

    Sasa

    AntwortenLöschen
  12. Hallo,

    unter dem Aspekt würde ich mich nicht wandeln lasen. Denn dann würden alle von mir denken, das ich schlecht/ böse wäre, was nicht stimmt.

    Ich würde mich sehr über Paket C freuen.

    Lg Bonnie

    AntwortenLöschen
  13. Hallo,

    ich würde mich eher nicht verwandeln lassen, da ich glaube, dass so ein langes Leben schon sehr einsam sein kann...
    Ich fände es aber dennoch sehr interessant zu erleben, was noch alles passiert und wie sich die Welt verändert...
    Ich würde gerne für D mein Glück versuchen :)

    LG

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für die Nachricht. Sie wird nach Überprüfung freigeschaltet.